Die Maßschneiderin

Evgenia Mirau

Neue Wege in der Mode!

Ich bin gelernte Damen- und Herrenschneiderin und habe eine Kunst- und Designausbildung. Einerseits macht mir Mode großen Spaß, andererseits bin ich aber auch sehr umweltbewusst. Und so habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich in meinem Atelier möglichst nachhaltig und umweltschonend arbeiten kann.

Allein in Deutschland sollen laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr über 100.000 Tonnen Textilmüll anfallen. Bis zu 2000  Liter Süßwasser verbraucht die Herstellung eines einzigen T-Shirts und dabei findet die Produktion überwiegend in Ländern mit akutem Wassermangel statt. Der Einsatz von Pestiziden beim Anbau von Baumwolle und die Anwendung giftiger Chemikalien bei der Herstellung von Textilien führen zu massiven Umweltproblemen. Niedrige Löhne, Kinderarbeit, menschenunwürdige und gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen bei minimalster medizinischer Versorgung - damit macht die Textilbranche, die fast ausschließlich in Asien bzw. Fernost produzieren lässt, immer wieder von sich reden.

Alles Gründe, um neue Wege in der Mode zu versuchen. Auch Wege, die helfen Ressourcen zu sparen und unsere Umwelt zu schonen. So war meine erste Idee, die zum Entstehen des „Phoenix Atelier“ führte, das Entwickeln von neuer Mode und neuem Design aus Materialresten und das Schneidern aus Altkleidern. Dann aber kam eine zweite Idee hinzu. Stoffe aus Biomaterialen zu verwenden, z.B. Schafswolle, die biologisch gefärbt und handwerklich verarbeitet wird – so der Harris Tweed. Unsere Stoffe und Textilien unter dem europaweit patentierten Label "Inky Pinky" sind aus eben diesen Tweed Stoffen.
Denkt man dies alles konsequent weiter, kommt der Gedanke mit maßgeschneiderter Mode hinzu. Denn speziell angefertigte, maßgeschneiderte und nach eigenen Wünschen und Vorstellungen entworfene Kleidung führt zu hoher Zufriedenheit und damit zu langjähriger Nutzung.


Wenn du arbeitest, bist du eine Flöte, durch deren Herz sich das Flüstern der Stunden  in Musik verwandelt… Und wenn man mit Liebe arbeitet? Dann webt man Fäden in das Tuch, die dem Herzen entstammen, so, als würde die eigene Geliebte dieses Tuch tragen…
Khalil Gibran, Der Prophet